Geburt

Erwartungsmuster des Säugers

Das In-die-Welt-treten des neuen Erdenbürgers ist nicht nur ein physiologischer Prozess, sondern stellt eine weitreichende Weichenstellung für Mutter und Kind da. Das Wissen um diese Dinge wird den modernen Frauen leider nicht mehr vermittelt und ist der Grund für die Hilflosigkeit einerseits und die Überforderung andererseits, mit denen sich Mütter konfrontiert sehen. Daher ist es sinnvoll, sich mit den Prinzipien des Lebens auseinanderzusetzen, deren Beachtung nicht selten über Gelingen oder Nichtgelingen des Lebens entscheiden.

Machen Sie sich auf dieser Seite mit den Prinzipien des Lebensbeginns nach der Entbindung vertraut und beherzigen bitte, dass innerhalb von einer halben Stunde nach der Geburt eine Reihe von speziellen Erwartungen erfüllt werden sollten, die das Neugeborene zwecks Anbindung an die Erfahrungen in der Mutter unbedingt benötigt. Jede nicht erfüllte Bestätigung hinterlässt einen unter normalen Umständen lebenslang wirksamen Mangel, der über bestimmte Wege kompensiert werden muss.

Hören der Mutter

Die Mutterstimme bindet das Neugeborene an seine Bezugsperson zurück. Spricht die Mutter nicht mit ihrem Kind, bildet sich eine Übersensibilität gegenüber Fremden und eine übertriebene Vorsicht aus.

Wärme der Mutter

Der Wärmekontakt verhindert nicht nur die Auskühlung, sondern verbindet die bekannte Wärme mit einem spezifischen Geruch. Wird das Kind nicht auf den Bauch der Mutter gelegt, neigt das Kind später zum frieren und bildet häufig einen falschen Wärmehaushalt aus.

Riechen der Mutter

Das Kind identifiziert die Mutter durch ihre spezifischen Aromatika (Duftstoffe) und erkennt damit später sicher ihre Bezugsperson. Unterbleibt die Fixierung durch den Geruch, fehlt das Gefühl der Lebensbestätigung und stellt eine existentielle Lebensbedrohung dar. Das Kind wird später kein sicheres Selbstvertrauen entwickeln und in der Kompensation nach strengen Regeln und Ritualen suchen

Herzschlag der Mutter

Der Herzschlag steht für den sichernden Rhythmus. Er ist der Zeitgeber für das Herz, die Lymphe und die Atmung. Unterbleibt diese Rückbindung, sucht der Mensch nach wiederkehrenden rhythmischen Strukturen und versucht künstliche Rhythmen (z.B. bassintensive Musik) zu erzeugen.

Brust der Mutter

Die Brust ernährt das Kind nicht nur, sondern vermittelt lebensbestätigende Impulse an den Säugling weiter. Hier spiegelt sich die emotionelle Zuwendung der Mutter zum Kind. Säuglinge, denen der freie Zugang zur Brust verwehrt wird, leiden oft unter chronischer Lebensangst und verharren in Depressionen aufgrund der fehlenden emotionellen Bindung. Diese Menschen entwickeln eine ausgeprägte Selbstkritik und bestimmen ihr Selbstbild im Außen. Die betroffenen Jungen entwickeln darüber hinaus eine Schwäche für Brüste und suchen ihre Partnerinnen nach dem nicht erfüllten Muster der Mutter aus, um es nachträglich zu erfüllen.

Ansprache der Mutter

Das gesprochene Wort führt im Neugeborenen zur Ausbildung einer gesicherten und geschützten Kommunikation, in der es sich geborgen fühlt. Spricht die Mutter nicht mit dem Neugeborenen, entwickelt der Mensch ein dominantes Streben nach Anerkennung und Schutz im Tun mit Übergeordneten.

Tragen des Kindes

Durch das rhythmische Tragen erlernt der Säugling die räumliche Wahrnehmung. Wird der Neugeborene nicht getragen, kann sich eine hohe Sensibilität und Extrovertiertheit entwickeln. Dieser Mensch sucht lebenslang Unterstützung durch Andere (Wunsch nach Getragenwerden) und hat Angst vor Raum- und Prozessänderungen

Ablegen des Kindes

Durch die Äußerungen (Schreien) prägt sich das Alarmsystem (Psyche) des Kindes. Hier lernt es, wie intensiv es sich mitteilen muss, um die Zuwendung zu erhalten, die für es lebensnotwendig ist. Das Schreien wird später durch andere Formen des "auf sich aufmerksam machen" abgelöst und mündet häufig in die Abfolge: Aufbegehren (Warum nimmt mich denn niemand wahr?) - Selbstmitleid - Depression

Kaiserschnitt

Der Kaiserschnitt sollte nur als ultima ratio (letzte Möglichkeit) herangezogen werden und nicht als Alternative zum normalen Geburt verstanden werden, weil das Kind beim Durchgang durch den Geburtskanal eine Reihe von lebensbedeutenden Erfahrungen erhält, die beim Kaiserschnitt nicht erfolgen:

Initialisierung der Immunologie des Kindes:
Der Kontakt mit der Analflora der Mutter stellt den Beginn des Aufbau des der eigenen Immunsystems durch bekannte Keime dar. Kinder, die durch Kaiserschnitt geboren werden müssen sich in der Regel mit fremden Krankenhauskeimen auseinandersetzen.


Ansicht der Mutter:
Während des Durchtritt durch den Geburtskanal öffnen sich kurz die Augen des Kindes, damit es seine Mutter ansehen kann. Dieses „Bonding“ hat lebensbestätigenden Charakter und entfällt beim Kaiserschnitt. Die Bindung erfolgt hier nicht mit der Mutter, sondern mit einer beliebigen Person beim ersten Augenöffnen.

Initialisierung des Atemreizes
Wenn das Kind den Geburtskanal durchschreitet, wird der Hals überstreckt, Dabei wird der erste Halswirbel (Atlas) aktiviert, und der Atemreflex initiiert, der das erste Luftholen einleitet. Beim Kaiserschnitt geschieht das nicht, so dass auch beim Durchschneiden der Nabelschnur dieser Reflex nicht einsetzt. Das Kind atmet nicht aufgrund der Initialisierung, sondern aufgrund des Erstickungsreizes.

Das Stillen

Der Umstand, dass viele Mütter zu früh abstillen oder gar nicht stillen führt in den meisten Fällen zu emotionalen Defiziten beim Kind, die dann beim Erwachsenen zu einer Reihe von Störungen führt. Mit dem Stillen wird nicht nur die Ernährung des Kindes sichergestellt, sondern das Leben des Säuglings bestätigt. Die Brust spiegelt die unmittelbare, freiwillige und vollständige Zuwendung wider. Erhält der Mensch diese Lebensbestätigung nicht in ausreichendem Maße, sucht er diese Zuwendung später auf Umwegen. Die Unmittelbarkeit des Stillens vermittelt Zuversicht und Sicherheit. Bleibt diese aus, entsteht Entzugs- und Verlustangst, die sich bis hin zu Neurosen entwickeln können. Die Probleme des zivilisierten Menschen gründen überwiegend auf der Missachtung seiner Erwartungsmuster als Säuger. Er überlebt diesen Mangel nur durch Kompensation und disponiert damit bestimmte Organe in zur Krankheit.

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